Kürzlich verlor ich einen Eindruck

Kürzlich verlor ich einen Eindruck. Ein Bild. Etwas, das festzuhalten gut gewesen wäre. Doch es ist verloren.

Etwas aber blieb: Ein Text, der sich aufdrängte, der entstand und der nun steht. Das ist schon was.

Das Bild, der Eindruck, das, was ich verlor, mag nun verewigt sein, in Text geronnen. Doch ist all das nur angereichert, nicht die Quelle, nicht der Grund. So ist der Ursprung fort, vergangen. Schade – es wäre leicht gewesen, festzuhalten, was ich sah: Ein Spinnennetz, gehalten von zwei Zweigen. Ein ganzer Kosmos, dachte ich. Begrenzt, doch unendlich für Bewohner, die es nicht besser wissen. Ein All und Alles, das nur als solches spürt, der all den Wald darum nicht kennt – sind das nicht wir im Universum? Was kennen wir schon, was wissen wir nur über den Zustand von alldem, das sonst noch existiert? Eigentlich sind wir Idioten.

Wir wissen nichts, wir kennen nichts. Wir glauben bloß. Und danken höchstens, dass unser Wissen uns etwas lehrt.

Ein Foto hätte es geben. Quelle und Geschöpf beisammen. Doch das Spinnennetz fand ich nicht wieder.

Wir

Im Gewebe von Raum und Zeit
hat alles seinen Platz

Das Universum zeigt nur
was als Ausschnitt taugt

So hängen wir zwischen den Zweigen
die uns halten an dem Ort, der uns bestimmt ist

In einem Wald, den wir nicht kennen und nicht sehen
während wir zu ahnen glauben

die Zweige bald erspähn zu können
Um uns lebt und fliegt und brummt es

Und wenn die Zeit zu gehn anbricht
fallen wir herab wie Spinnennetze

Wenn der Herbst gekommen ist

Meine SF-Story „Ans Tageslicht“ für Kurd Laßwitz Preis nominiert

Was war ich baff, als ich erfuhr, dass meine Science-Fiction-Erzählung Ans Tageslicht als Beste deutschsprachige SF-Erzählung des Jahres 2017 für den Kurd Laßwitz Preis nominiert wurde – und was fühlte ich mich geehrt! Es ist ja nicht so, dass mit die Auszeichnung unbekannt ist oder mir Kurd Laßwitz nichts sagt.

Erschienen ist die Geschichte im Anthologie-Band Meuterei auf Titan: 2016 Collection of Science Fiction Stories aus dem Verlag für Modernde Phantastik, in dem auch bereits die Vorjahres-Anthologie Im Licht von Orion: 2015 Collection of Science Fiction Stories mit meiner Story Fehler im System erschien.

Ans Tageslicht erzählt die Gescheite eines Mannes, der bei einem abendlichen Spaziergang ein Stück Plastik aushustet. Für ihn ist klar: Er ist ein künstlicher Mensch! Fortan sieht er überall Beweise für seine Künstlichkeit. Was, wenn er Teil einer weltumspannenden Verschwörung ist?

Gelesen habe ich sie bislang im Rahmen der Buch-Vorstellung bei der BuCon 2017, ihre Premiere feierte sie jedoch einige Jahre früher bei der 1. Karlsruher Lesenacht der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe.
Ob die Story letztlich gewinnt, kann ich nicht sagen – soviel aber sei bemerkt: Toll ist es auch so.

Meine Erzählung „Das Ähm in M’s Garten in der Nähe von Emsdetten“ von Oliver Koch als kostenloses eBook

Da staunt die Hausgemeinschaft nicht schlecht, als ein unbekanntes Ding in ihren Garten einschlägt. Ratlos stehen die Nachbarn beisammen und versuchen zu klären, was da eigentlich vom Himmel gefallen ist. Ein Satellit? Ein Ufo? Oder etwas ganz anderes?

Einigkeit besteht darin, dass jedem die Worte fehlen, sodass „Ähem“ alles ist, was ihnen einfällt. Dich vielleicht gibt es da ja noch eine andere Lösung …

Der Name sagt es schon: „Das Ähm ins M’s Garten in der Nähe von Emsdetten“ geht als Ironie durch. Denn was passiert denn, wenn wir etwas sehen, das wir nicht fassen können? Reichen unsere Begriffe nicht aus, oder sind es unsere Denkmuster?

Während wir den Nachbarn beim Staunen und Wortfinden zusehen, können wir uns selbst dabei betrachten, wie wir wohl vorgehen würden.
Die Story ist wie immer kostenlos für die Formate epub sowie mobi, damit sowohl Leser eines Kindle, als auch anderer Reader auf ihre Kosten kommen können.

Viel Spaß beim Lesen.

Erzählung „Das Ähm in M’s Garten in der Nähe von Emsdetten“ für Leser mit tolino, Kobo im EPUB-Format kostenlos downloaden:

Das Ähm in M’s Garten in der Nähe von Emsdetten von Oliver Koch im EPUB-Format

Erzählung „Das Ähm in M’s Garten in der Nähe von Emsdetten“ für Leser mit tolino, Kobo im EPUB-Format kostenlos downloaden:

Das Ähm in Ms Garten in der Nähe von Emsdetten von Oliver Koch als eBook im MOBI-Format

 

Die Freiheit der Hummel

Heute ließ ich eine Hummel frei. Sie muss die ganze Nacht und den ganzen Tag stumm in ihrem Gefängnis zugebracht haben, das mein Zimmer für sie gewesen sein muss.

Eine ganze Weile schon saß ich lesend in meinem Sessel, als sie zu summen begann. Offenbar hatte sie die Zeit über zwischen dem schmalen Fenster und dem kleinen Regal davor verharrt. Ihr Summen war nicht panisch wie das eines Insekts in Todesangst. Aber es war deutlich, dass etwas in ihr erwacht war, das sie zu, Handeln trieb.

Wohin diese Hummel auch hätte fliegen wollen, in meiner Wohnung gab es nichts für sie. Das wäre ihr Ende gewesen, früher oder später. Sie musste heraus, das war die Botschaft ihres Summens. Mein Zimmer hatte sie vom Weg abgebracht, wo auch immer er begonnen hatte und wo immer er auch auf natürliche Weise weitergehen musste.

Aufzustehen und die Balkontür zu öffnen war für mich natürlich leicht und ich hoffte, dass die Hummel es schnell in den Mai zurückschaffen würde, der draußen im Regen stand.

Es gelang ihr nach wenigen Sekunden. Ob es die Luft war, die durch das Fenster einströmte, oder ob es etwas war, das ich nicht bemerkte, weiß ich nicht.

Jedenfalls flog sie zielsicher in die Freiheit da draußen.

Als ich wieder saß, formte sich der Gedanke wie von selbst: Dass mein eigenes Zimmer, mein selbst erschaffener, umbauter Raum, den es nur für mich selbst gibt, eine Todefsalle hätte werden können. Dass von den vier Wänden, die ich so sehr schätze, Unfreiheit und Gefahr ausgehen konnten.

Wie sehr war ich, der nun im eigenen Sessel im eigenen Zimmer saß, womöglich selbst eine Hummel?

Oliver Koch: Dickhäuter – Mein Roman als Ebook

Künstlerroman? Die Geschichte einer Depression? Kapitalismus- und Kulturkritik?

Bereits seit dem Jahr 2000 existiert mein Roman Dickhäuter.

Damals schrieb ich Dickhäuter in einer schweren Phase innerhalb von nur einer Woche. Die Tage verliefen stets auf gleiche Weise: Aufstehen, frühstücken, ran an die Tastatur. So schrieb ich im Schnitt mehr als ein Kapitel pro Tag.

Um was geht es in Dickhäuter?
Der Roman handelt von Markus, dessen Bindung zum Leben sich mehr und mehr auflöst: Er versteht im wahrsten Sinne des Wortes die Welt nicht mehr, die nur noch aus Marketing-Parolen und Oberflächlichkeit zu bestehen scheint.
Trost und Ausdruck findet er lediglich in seiner Malerei, in der er auch der Instanz ein Gesicht gibt, die sein Leben beherrscht: Die „Schwarze Majestät“, mit der er seine verarbeitet.

Und obwohl er alles hat, hält ihn auch seine Liebe zu seinem Freund nicht vor seinem Fall, den er als Künstler zum Programm erklärt: Er wird zu einem Dickhäuter: Einem Menschen, der sich für das eigene Leben ein derart dickes Fell antrainieren musste, dass er nichts mehr spürt.

Vor diesem Hintergrund zieht er sein Programm bis zum bitteren Ende durch. Und findet damit zu Ausdruck, Erlösung und Bestimmung.

Der Künstler, das Leben und das Scheitern: Dickhäuter und die zerstörerische Macht des Kapitalismus
Mich hat an diesem Stoff das Scheitern interessiert: Scheitert er wirklich? Und wenn ja, als Mensch? Als Künstler? Oder scheitern er als Mensch, aber erlangt dadurch als Künstler ein einzigartiges Programm? Was heißt Scheitern überhaupt?

Dann ist da natürlich die massive Kritik an unserer Welt:→ weiterlesen

Meine Erzählung „Inventar“ von Oliver Koch als kostenloses eBook

Ich gebe zu, „Inventar“, die einer meiner Lieblingsgeschichten ist, lästert ein wenig. Wer kennt sie nicht, diese Personen, von denen man das Gefühl hat, sie nähmen nicht am Leben teil? Vornehmlich begegnet man solchen Menschen in der Firma.
Deshalb ist auch „Inventar“ in einer nicht näher genannten Firma angesiedelt. Da sitzt Cordula, jahraus, jahrein, arbeitet vor sich hin, und stellt eines Tages fest, dass etwas mit ihrem Umfeld nicht mehr stimmt: Denn wo die Firma eigentlich auf einmal hin, in der sie die ganze Zeit zu sitzen glaubt?
Sie könnt es wissen, wenn sie von ihrem Umfeld einfach mehr Notiz genommen hätte.
Klar ist „Inventar“ eine Satire und deshalb auch auf skurille Komik angelegt. Andererseits sind mir in meinem Berufsleben durchaus Menschen begegnet, die in gewisser, abgeschwächter Weise, unserer Cordula nahe kommen.
Mir hat das Schreiben jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, und ich hoffe, es macht auch Spaß, „Inventar“ zu lesen.

eBook „Inventar“ für Leser mit tolino, Kobo im EPUB-Format kostenlos downloaden:
Inventar – Erzählung von Oliver Koch

ebook „Inventar“ für Leser mit Kindle und anderen Geräten im MOBI-Format kostenlos downloaden:
Inventar – Erzählung von Oliver Koch

Die Lüge aller Sorrys

Das tut mir aber leid/Wir entschuldigen uns/Kommt nicht wieder vor – Was aussieht wie ein sich verbreitender Hang zur Höflichkeit und Demut ist vielmehr Indikator für die Unsitte, sich zunächst zu viel erlaubt zu haben. Die Entschuldigung für Vergehen ist dabei kein Zeichen von Demut, sondern eine Reaktion auf den öffentlichen Druck, den man sich durch diese Geste offensiv zu nehmen versucht. Ein Ziehen aus einer Affäre, bei der man erwischt worden ist.
Das entwertet den wahren Wert einer Entschuldigung und damit eine sittliche Veranlagung, die selbstverständlich sein sollte. Auf den Stand eines bloßen Tricks degradiert, vergeht niciht nur das Tugendhafte in dem Akt der Entschuldigung, sondern auch das in dem sittlichen Verhalten, sich gar nicht erst entschuldigen zu müssen.
Das Fehlen von Scham und Unrechtsbewusstsein ist überall zu verorten und wird gerade öffentlich zur Normalität: In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Wer immer im Fernsehen rumpöbelt, entzieht sich schon dadurch meist der Verpflichtung zur Reue, weil zahlreiche Gleichgesinnte gern mit Begriffen wie „Spaßbremsen“ am Werk sind. Reue und Benehmen als Indikator von Langeweile.

Verantwortliche von Krisen machen weiter, als wäre nichts gewesen und suchen sich entweder neue, ähnlich gelagerte Wirkungsfelder, oder können einfach ihren Job fortführen.
Politiker lassen sich zunächst bitten und schließlich in die Ecke drängen, bevor sie Anstand walten lassen – nachdem sie durch ihr reuwürdiges Verhalten bereits allen Anstand haben vermissen lassen.
Unternehmen geben zu, Daten nicht zu löschen oder ungefragt zu sammeln und zu verwerten – kommt es heraus, entschuldigen sie sich und geloben Besserung.

Entschuldigungen also als Beweis von Sitte und Anstand?

Eher eine Notlösung inzwischen, die marktschreierisch dazu dienen soll, durch sie öffentlich Werbung für sich zu machen.

Ein Armutszeugnis dem, der so handelt.
Eine Blamage für den, der ihnen glaubt.
Eine Warnung an alle.

Dieser Text erschien bereits in meinem Blog www.gedankenzirkus.de im Jahr 2012.

Meine SF-Erzählung „Schiffe die sich nähern“ als kostenloses eBook

Mit „Schiffe, die sich nähern“ kommt nun eine meiner Science-Fiction-Storys als eBook. In Zukunft kommen noch andere SF-Erzählungen dazu. Worum es geht?
Auf eines Insel lebt der Rest der Menschheit nach einer Alien-Invasion. Hochgerüstet wird man jeden Übernahmeversuch abwehren. Wir begleiten den Soldaten Kent, der am Strand Wache hält, und das Mädchen Kelly, das im Keller kauert – denn es gibt Alarm: Schiffe mit Flüchtlingen nähern sich der Insel. Getrieben von Angst und Misstrauen gegen die Fremden stellt sich die Frage: Soll man die Schiffe anlegen lassen oder zerstören?

„Schiffe, die sich nähern“ hat einige Jahre auf dem Buckel, sie ist mindestens 15 Jahre alt. Ich weiß es nicht mehr. Ich ordne sie um 2004, 2205 ein. Auch kann ich nicht mehr sagen, was mich auf den Gedanken zur Geschichte brachte. In jedem Fall fand ich es reizvoll, eine Geschichte aus mehreren Perspektiven zu schreiben, um Sorgen, Ängste und Zweifel besser darstellen zu können. Denn natürlich geht es hier um Misstrauen, das existienziell geworden ist einer Welt, die von Zerstörung und Vernichtung geprägt ist.
Auch mag ich den Action-Charataker der Story und die Dialogteile.
Gesprochen wird in meinen Geschichten ja eher weniger, vieles läuft im Innern der Köpfe ab – in „Schiffe, die sich nähern“ ist das anders. Hier blickt man ins Ungewisse und sprich darüber. Das bringt ein Tempo in die Geschichte, das ich sonst weniger verwende. Auch die Dialoge beschleunigen die Geschichte sehr. Üblicherweise lasse ich viel Dialog eher in Satiren zu. „Schiffe, die sich nähern“ ist keine, sondern mehr oder weniger klassische Science-Fiction.
Zur Sicience-Fiction habe ich seit jeher eine enge Verbundenheit, die ersten meiner Geschichten und auch meine ersten Romane, die aus gutem Grund unveröffentlicht sind, waren Science Fiction. Ich liebe dieses Genre. Da ist es schon erstaunlich, dass ich in vielen Jahren so wenig Science Fiction schrieb. Aber das hat seine Gründe. Aber dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Vorerst sage ich nur:
Viel Spaß beim Lesen:

eBook für Leser mit tolino, Kobo im EPUB-Format kostenlos downloaden:
Schiffe, die sich nahern: SF-Erzählung von Oliver Koch

ebook für Leser mit Kindle und anderen Geräten im MOBI-Format kostenlos downloaden:
Schiffe die sich nahern: SF-Erzählung von Oliver Koch

Meine Erzählung „Nach Nirgendwo“ als kostenloses eBook

Ganz sicher hätte unser Protagonist von „Nach Irgendwo“ nicht damit gerechnet, dass ihm so etwas passieren würde; denn eigentlich hat er nur früher Feierabend und sich früher als sonst auf den Heimweg gemacht. Klar, der Popel in seiner Nase stört ihn, und man weiß ja, wie sehr man gerade dann beobachtet wird, wenn man es nicht ahnt. Aber was soll man machen, wenn man an der Haltestelle steht und auf seine Bahn wartet?
Man fügt sich in sein Schicksal.

„Nach Nirgendwo“ habe ich als mysteriöse Geschichte gleich auf dem Cover gekennzeichnet. Ein klein wenig möchte ich ja, dass der Leser, wenn er sich schon keine Vorstellung von dem machen kann, was passiert, zumindest ahnt, was da in etwa auf ihn zukommt.

Die Geschichte fiel mir ein, als ich – tja, was wohl? – an einer Haltestelle stand und auf meine Bahn wartete. Es war im übrigen die Haltestelle Ettlingen-Stadt, und so mag man das Bild mitnehmen, wenn man die Geschichte liest. Gebunden an den Ort ist sie allerdings nicht.
Und mir fiel sofort der erste Satz ein, mit der „Nach Nirgendwo“ beginnt: „Er widerstand zu popeln.“ Das ist so ein Satz, von dem ich nicht mehr loskam. So kam es, dass ich die Geschichte im Kopf hatte, während ich irgendwann im Sommer 2012 heim fuhr und sie dann schrieb, kaum dass ich zuhause war. Da ich Geschichten meist nie am Stück herunter schreibe, nehme ich rückblickend an, dass ich auch hier einige Tage bzw. Abende am Werk war.

So übergebe ich jetzt direkt an die Geschichte selbst und das mysteriöse Ereignis, das sie beschreibt.
Viel Spaß beim Lesen!

eBook für Leser mit tolino, Kobo im EPUB-Format kostenlos downloaden:
Nach Nirgendwo. Erzählung von Oliver Koch

ebook für Leser mit Kindle und anderen Geräten im MOBI-Format kostenlos downloaden:
Nach Nirgendwo: Erzählung von Oliver Koch

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